Spanien ist der Markt, in dem die Chance eines türkischen Lieferanten am deutlichsten an einen Kalender gebunden ist. Die Schlagzeile lautet Olivenöl: Der weltgrößte Produzent wurde in den ertragsschwachen Jahren zu einem bedeutenden Abnehmer türkischen Öls, und die Nachfrage der spanischen Abfüller steigt und fällt mit der heimischen Ernte. Um diesen zyklischen Kern gruppiert sich eine stabilere Gruppe von Kategorien — Haselnüsse für Turrón und Schokolade, Hülsenfrüchte für Packbetriebe, getrocknete Aprikosen für den Bulk-Einzelhandel — und über die spanische Sprache eine Long-Tail-Reichweite nach Mexiko, Chile und in den weiteren lateinamerikanischen Importmarkt.
Der Olivenölzyklus
In den ertragsschwachen Jahren 2023–2024 steigerte Spanien seine Olivenölimporte aus der Türkei um rund 300% und wurde nach den Vereinigten Staaten zum zweitgrößten Abnehmer türkischen Olivenöls, wobei sich türkisches Öl in der Kampagne 2024–25 über dem Marktdurchschnitt positionierte. Die Türkei ist unterdessen zum zweitgrößten Produzenten weltweit aufgestiegen, mit Exporten von rund 160 Tausend Tonnen in 2024–25. Die Käufer sind Verschnitt- und Abfüllbetriebe in Jaén und Córdoba sowie Lebensmittelhersteller, die bei knappem heimischem Angebot natives Olivenöl extra in Bulk benötigen; erholt sich die spanische Ernte und normalisieren sich die Preise, lässt diese Nachfrage nach. Damit ist türkisches Bulk-Olivenöl in Spanien eine Spotmarkt-Kategorie — die über die Außenhandelsberichte des spanischen Landwirtschaftsministeriums verfolgt werden sollte — und keine stetige langfristige Vertragsposition; ein türkischer Lieferant, der diese Zyklizität offen benennt, gewinnt mehr Vertrauen als einer, der sie überverkauft.
Haselnüsse, Pistazien und die Turrón-Industrie
Spanien ist Nettoimporteur von Haselnüssen und bezieht jährlich rund 5.200 Tonnen Kerne, überwiegend aus der Türkei, um die Turrón-Industrie von Jijona, den Schokoladen- und Süßwarensektor Kataloniens und das Nussverarbeitungsgewerbe zu beliefern. Pistazien folgen: Die spanische Produktion ist jung und klein, während Pistazien-Turrón und entsprechende Backwarenvarianten wachsen und die Pistazien-Schokoladen-Welle die europäischen Preise deutlich nach oben getrieben hat. Getrocknete Aprikosen gelangen auf der Stärke der weltweiten Führungsposition der Türkei in dieser Kategorie in spanische Packbetriebe und Bulk-Einzelhandelsketten — die EU-Importe türkischer getrockneter Aprikosen lagen 2024 bei rund 143,5 Millionen US-Dollar — und Trockenfeigen sowie Sultaninen nehmen denselben Weg, wobei die Türkei etwa ein Viertel der gesamten EU-Importe von Trockenfrüchten und Nüssen liefert.