Japan kauft anders ein als nahezu jeder andere Markt in der Länderabdeckung von TeraVella. Es ist nicht der größte Importeur türkischer Lebensmittel und selten der am günstigsten zu bedienende Markt, doch es honoriert genau jene Eigenschaften, die ein boutiqueartiger, dokumentationsgeführter Lieferant bieten kann: Konstanz, Rückverfolgbarkeit und ein Produkt mit einer Geschichte dahinter. Für einen Käufer auf japanischer Seite geht es bei der Beschaffungsfrage daher weniger um den Preis als darum, ob den Unterlagen Lieferung für Lieferung vertraut werden kann.
Wo sich die Nachfrage konzentriert
Die Türkei ist bereits nach den Vereinigten Staaten Japans zweitgrößter Trockenfruchtlieferant mit einem Anteil von rund 16% am Importvolumen, und Trockenfeigen sind das Flaggschiff dieser Position: Die türkischen Trockenfeigen-Exporte nach Japan sind um rund 17% auf etwa 10 Millionen US-Dollar gewachsen, wobei japanische Süßwaren-, Konfitüren- und Getränkehersteller Feigen als ballaststoff- und antioxidantienbetonte Zutat einsetzen. Getrocknete Aprikosen laufen über denselben Importkorb. Haselnüsse folgen, gestützt durch eine gezielte Bewerbung türkischer Haselnüsse bei japanischen Verbrauchern und ein wachsendes Segment für Haselnusscreme und Schokolade. Auch Olivenöl ist eine dokumentierte Chance — das türkische Handelsbüro in Tokio hat dazu einen eigenen Marktbericht veröffentlicht —, allerdings dominieren spanische und italienische Herkünfte, und ein türkischer Lieferant konkurriert eher über die Qualitätsgeschichte als über Regalpräsenz. Apfelsaftkonzentrat und andere Fruchtsäfte runden das Bild ab; ägäische Exporteure haben öffentlich das Ziel formuliert, die Exporte von Obst- und Gemüseprodukten nach Japan und Korea von rund 63 Millionen auf 100 und anschließend 200 Millionen US-Dollar zu steigern.
Die Honiglücke
Eine Kategorie verdient gesonderte Aufmerksamkeit, weil die Zahlen so unausgewogen sind. Die Türkei ist der zweitgrößte Honigproduzent der Welt, doch ihre Honigexporte nach Japan lagen bei nur rund 38 Tonnen, etwa 336 Tausend US-Dollar, womit sie ungefähr auf Platz 21 unter Japans Lieferanten rangiert. Japans Premium- und Geschenkhonigkultur ist stark — die Manuka-Kategorie zeigt, wie viel Wert ein sortenreiner Honig mit Herkunftsnachweis tragen kann —, und der türkische Pinienhonig, eine Kategorie, in der die türkische Produktion weltweit dominiert, wurde japanischen Käufern bislang kaum vorgestellt. Genau aus diesem Grund hat das Handelsbüro in Tokio einen eigenen Honigbericht veröffentlicht. TeraVella produziert Honig nicht selbst; er wird über ein verifiziertes Lieferantennetzwerk mit Dokumentation auf Chargenebene bezogen — genau das Format, mit dem ein japanischer Importeur von Premium-Lebensmitteln arbeiten muss.