Russland ist weltweit eines der größten Zielländer für türkische Lebensmittel, und der Handel hat eine lange Geschichte: ein Agrar- und Lebensmittelexportstrom von rund 1,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, der zweitgrößte Markt für türkisches Frischobst und -gemüse und eine etablierte Großhandelskultur, die türkische Trockenfrüchte, Süßwaren und Haselnüsse bereits beim Namen kennt. Für einen Lieferanten lautet die Frage nicht, ob Nachfrage besteht, sondern welche Teile dieser Nachfrage zu einem boutiqueartigen, dokumentationsgeführten Betrieb passen — und die Antwort weist klar in Richtung getrockneter, verarbeiteter und verpackter Waren.
Wo sich die Nachfrage konzentriert
Trockenfrüchte sind der Anker. Die türkischen Trockenfruchtexporte erreichten 2024 weltweit etwa 1,85 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 15%, und Russland zählt zu den Hauptabnehmern getrockneter Aprikosen, Feigen, Rosinen und Maulbeeren — ohne nennenswerte eigene Produktion und mit einem wachsenden Trend zu gesunden Snacks, der Nachfrage von Abpackern, Süßwarenherstellern und Marktplatzhändlern erzeugt. Haselnüsse folgen derselben Logik: Russlands Süßwaren- und Schokoladenindustrie ist auf importierte Nüsse angewiesen, und die Türkei — der weltweit größte Produzent — gehört zu ihren Hauptquellen. Olivenöl ist eine dokumentierte Wachstumsgeschichte; die türkischen Exporte nach Russland erreichten 2024 einen Rekord von rund 8 Millionen US-Dollar, da die Beschaffung aus anderen Mittelmeerherkünften schwieriger wurde. Tomatenprodukte bilden eine große industrielle Linie: Russland steht für etwa 36% der weltweiten Importe von Tomatenkonserven und hat sein Kontingent für türkische Tomaten auf 600 Tausend Tonnen angehoben. Lokum, Halva, Tahin und Pişmaniye sind so etabliert, dass große russische B2B-Plattformen eine eigene Kategorie „türkische Süßwaren Großhandel“ führen, während Lorbeerblatt und Thymian in Russlands Gewürzimportstruktur weit oben rangieren und Kräuter- und Früchtetees ein wachsendes Segment des Teemarkts sind.
Was sich im Käuferverhalten verändert hat
Zwei Verschiebungen sind für einen Lieferanten wichtig, der den russischen Markt heute liest. Erstens Eigenmarken: Einzelhandelsketten und Marktplatzhändler auf Plattformen wie Wildberries und Ozon suchen aktiv nach Eigenmarkenlieferanten mit flexiblen Bestellgrößen, was unmittelbar zu der Eigenmarkenverpackung passt, die TeraVella bereits für Trockenfrüchte, Tee und Naturkosmetik anbietet. Zweitens ist die Nachfrage nach natürlichen Kosmetikinhaltsstoffen mit dem Ausbau der inländischen Kosmetikproduktion gewachsen — zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 wurden mehr als 3.600 Importsendungen ätherischer Öle verzeichnet, und die Türkei hält mit rund 8% Anteil am Importmarkt für Glycerinseife einen Platz unter den drei wichtigsten Lieferanten. Rosenwasser, ätherische Öle sowie Olivenöl- und Lorbeerseifen liegen genau in dieser Öffnung.