Tee verdirbt selten; er verblasst. Eine Schachtel, die noch nach Kamille oder Bergamotte duftend ins Regal kam, ergibt ein halbes Jahr später womöglich nur noch eine Tasse, die braun und warm ist. Auf dem Etikett hat sich nichts geändert, das Produkt ist weiterhin sicher, aber der Grund, aus dem es gekauft wurde, hat sich leise verflüchtigt. Zu verstehen, warum das passiert, ist der erste Schritt zu einer Verpackung, die es verhindert, und es zählt besonders bei Eigenmarken (Private Label), wo nicht der Hersteller, sondern der Händler die Beschwerde zu hören bekommt.
Zwei Wege, auf denen ein Teebeutel altert
Getrockneter Tee und getrocknete Kräuter sind hygroskopisch: Sie ziehen Wasser aus feuchter Luft, bis sie mit ihr im Gleichgewicht stehen. Jede Zunahme der Feuchte beschleunigt die langsamen Reaktionen, die Farbe und Geschmack matt werden lassen, und jenseits eines bestimmten Punktes lädt sie zu Verklumpung, Altbackenheit und schließlich Schimmel ein. Gleichzeitig diffundieren die flüchtigen Verbindungen, die einem Tee seinen Charakter geben, ständig durch jedes durchlässige Material nach außen. Feuchte wandert hinein, Aroma wandert hinaus, und beides läuft in der Wärme schneller ab. Ein Verpackungssystem ist schlicht eine Reihe von Barrieren zwischen dem Produkt und der Luft ringsum.
Was jede Verpackungsschicht beiträgt
Der Teebeutel selbst ist konstruktionsbedingt porös und bietet deshalb fast keinen Schutz. Alles hängt an den Schichten darum herum.
| Schicht | Hauptaufgabe | Typische Materialien | Barrierewirkung |
|---|---|---|---|
| Einzelkuvert | Hält das Aroma jedes Beutels beim Beutel; Licht- und Staubschutz | Reines Papier; Papier mit Barrierefolie kaschiert; heißgesiegelte Folie oder Alu | Gering (Papier) bis hoch (gesiegeltes Laminat) |
| Innenbeutel oder Außenumhüllung | Verschließt den Kopfraum der Schachtel bis zum ersten Öffnen | Folienbeutel in der Schachtel; transparente Umhüllung außen | Mittel bis hoch, je nach Siegelung |
| Faltschachtel | Physischer Schutz, Bedruckfläche, Lichtschutz | Faltschachtelkarton | Für sich genommen gering |
| Versandkarton | Stauchschutz, hält die Schachteln im Transport geschlossen | Wellpappe | Für Feuchte vernachlässigbar |
Die praktische Lehre daraus: Die Faltschachtel ist ein Präsentations- und Handlingbauteil, keine Barriere. Ein langes Haltbarkeitsversprechen muss entweder durch eine gesiegelte Umhüllung um die Schachtel, durch ein Barrierekuvert um jeden Beutel oder durch beides eingelöst werden. Einfache Papierkuverts haben trotzdem ihre Berechtigung: Sie verhindern, dass Aromen in einer Sortenmischung übergehen, und signalisieren die Sorgfalt, die Käufer erwarten. Für einen Feuchteverschluss darf man sie jedoch nicht halten.
Lagerung zwischen Abfülllinie und Regal
Auch die beste Packung ist nur so gut wie die Bedingungen, die sie durchläuft. Lager ohne Klimatisierung, in der Sonne stehende Container und Hinterräume neben dem Anlieferungstor schieben Tee alle in Richtung des warmen, feuchten Endes seines Wohlfühlbereichs. Vernünftige Praxis heißt: Kartons nicht direkt auf dem Boden und nicht an Außenwänden lagern, stark riechende Waren wie Gewürze, Waschmittel oder Kaffee aus demselben Bereich fernhalten und den Bestand nach dem First-in-first-out-Prinzip drehen, damit keine Palette hinten still vor sich hin altert. Sobald die Faltschachtel zu Hause geöffnet ist, hängt die Haltbarkeit ganz am Kuvert, weshalb eine Entscheidung aus der Briefing-Phase noch Jahre später zählt.