Zertifizierungslogos verbreiten sich schnell auf der Website eines Lieferanten, einem Messebanner oder in einer Produktpräsentation, und ein Käufer, der in einer Woche Dutzende Lieferanten durchsieht, beginnt sie leicht als gegeben statt als zu prüfende Aussage zu lesen. Bei der Beschaffung von Tee und Trockenfrüchten tauchen ständig vier Kennzeichnungen auf — Bio, Fairtrade, koscher und halal — und sie beantworten vier tatsächlich unterschiedliche Fragen. Zu wissen, was jede davon wirklich belegt, macht aus einem Logo einen Beleg, und das gilt für jeden Lieferanten, mit dem ein Käufer arbeitet, TeraVella eingeschlossen.
Vier Kennzeichnungen, vier unterschiedliche Versprechen
Keine dieser vier Zertifizierungen ist ein allgemeines Qualitätssiegel, und keine ersetzt die anderen. Bio bezieht sich darauf, wie die Pflanze angebaut und gehandhabt wurde. Fairtrade bezieht sich auf die kaufmännischen und sozialen Bedingungen hinter dem Kauf. Koscher und halal beziehen sich auf die religiöse Ernährungskonformität über Zutaten und Prozess hinweg. Ein Lieferant kann legitim jede Kombination der vier besitzen, oder keine, und der Besitz einer sagt nichts darüber aus, ob er auch eine andere besitzt — ein Käufer, der eine bestimmte Aussage benötigt, muss also genau dieses Zertifikat anfordern.
Was eine Bio-Zertifizierung belegt
Ein Bio-Zertifikat verknüpft einen benannten Standard — EU-Bio, USDA Organic oder ein gleichwertiges nationales Schema — mit einem definierten Geltungsbereich: welche Betriebe oder Anbauflächen, welche Produkte und welche Verarbeitungsschritte abgedeckt sind, geprüft von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle. Das Zertifikat trägt ein Ablaufdatum und eine Referenznummer, die sich meist im eigenen Register der Zertifizierungsstelle nachprüfen lässt. Was es nicht tut, ist, automatisch für das gesamte Sortiment eines Lieferanten zu gelten; ein Unternehmen kann für ein Kraut oder eine Produktionslinie zertifiziert und für den Rest konventionell sein, und beides sollte bei einer Bestellung nie als austauschbar angenommen werden.
Was eine Fairtrade-Zertifizierung belegt
Fairtrade-Systeme legen kaufmännische und soziale Bedingungen zusätzlich zur oder unabhängig von der Anbaumethode fest: einen an die Erzeuger gezahlten Mindestpreis, eine in die erzeugende Gemeinschaft investierte Handelsprämie und geprüfte Arbeitsstandards entlang der Lieferkette. Das ist eine völlig andere Achse als Bio — eine Mischung kann beide Kennzeichnungen tragen, nur eine, oder keine, und jede wird separat vergeben und geprüft. Für eine private-label-Marke, die auf der Verpackung eine Beschaffungsgeschichte erzählen möchte, ist diese Unterscheidung wichtig, denn "Bio" und "Fairtrade" sind keine Synonyme, und ein Käufer sollte nicht zulassen, dass eine Aussage für die andere steht.