Ein natürlicher Emulgator leistet mehr, als Öl und Wasser zusammenzuhalten — er bestimmt die Textur, das sensorische Gefühl und die Haltbarkeit einer kosmetischen Emulsion. Doch Emulgatoren natürlichen Ursprungs verhalten sich anders als die synthetischen Tenside, an denen viele Formulierer ausgebildet wurden, und sie gleich zu behandeln ist der schnellste Weg zu einer getrennten Charge. Dieser Artikel kartiert die wichtigsten Kategorien, erklärt die Physik, die sie bestimmt, und stellt einen praktischen Weg zur Stabilitätsprüfung vor.
Die wichtigsten Kategorien
Natürliche und naturnahe Emulgatoren lassen sich in einige Familien einteilen, jede mit ihrem eigenen Charakter:
| Familie | Beispiel-INCI | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Fettsäureester | Glyceryl Stearate | O/W-Basis, Körper und Struktur |
| Phospholipide | Lecithin | W/O- und Flüssigkristallsysteme |
| Zuckerester | Sucrose Stearate, Sorbitanester | Mildes O/W, weiches Hautgefühl |
| Alkylpolyglucoside | Cetearyl Glucoside, Coco-Glucoside | Selbstemulgierende O/W-Systeme |
Die meisten sind pflanzlichen Ursprungs und werden häufig mit einem Fettalkohol wie Cetearylalkohol kombiniert, um Viskosität aufzubauen und die Grenzfläche zu verstärken.
HLB und warum er die Wahl leitet
Jeder Emulgator trägt einen HLB-Wert, der das Gleichgewicht zwischen seinen wasserliebenden und ölliebenden Anteilen beschreibt. Ein höherer HLB begünstigt Öl-in-Wasser-Emulsionen; ein niedrigerer HLB begünstigt Wasser-in-Öl. Jedes Öl hat zudem einen erforderlichen HLB, und den gemischten HLB Ihres Emulgatorsystems an diese Anforderung anzupassen, ergibt einen rationalen Ausgangspunkt. Bei natürlichen Emulgatoren ist die HLB-Zahl eher ein Leitwert als eine Garantie, weil der stabilisierende Mechanismus nicht allein die Oberflächenspannung ist.