Mikrobiologische Sicherheit ist der Punkt, an dem eine wunderbar formulierte Kosmetik leise scheitern kann. Ein Produkt kann jede Aussage auf dem Etikett erfüllen und dennoch unsicher sein, wenn seine Keimbelastung nicht kontrolliert ist — und für Einkäufer natürlicher Rohstoffe sind die Ausgangsstoffe oft die größte Einzelquelle dieses Risikos. ISO 17516 ist die Norm, die dem Problem Zahlen gibt, und sie zu verstehen verändert, wie Sie ein Analysenzertifikat lesen.
Was ISO 17516 tatsächlich festlegt
ISO 17516 legt die mikrobiologischen Grenzwerte für kosmetische Produkte fest. Sie tut zweierlei: Sie begrenzt die Gesamtzahl aerober mesophiler Keime — die allgemeine Population aus Bakterien, Hefen und Schimmel, die eine Probe tragen kann — und sie verlangt, dass bestimmte namentlich genannte Organismen vollständig fehlen. Entscheidend ist: Dies sind Kriterien für das Fertigprodukt. Die Norm sagt Ihnen, ob eine Charge Kosmetik freigabefähig ist; sie legt für sich genommen keinen Grenzwert für den Pflanzenextrakt oder das Hydrolat fest, das darin verarbeitet wurde.
Die zwei Produktkategorien
Die Norm teilt Produkte je nach Art und Ort ihrer Anwendung in zwei Kategorien ein.
| Kategorie | Produktart | Grenzwert aerobe mesophile Gesamtkeimzahl |
|---|---|---|
| Kategorie 1 | Kinder unter 3 Jahren, Augenbereich, Schleimhäute | ≤ 10² KBE/g oder KBE/mL |
| Kategorie 2 | Alle übrigen Produkte | ≤ 10³ KBE/g oder KBE/mL |
Die Logik ist die Exposition. Ein Produkt, das rund um die Augen oder auf der Haut eines kleinen Kindes verwendet oder auf Schleimhäute aufgetragen wird, verträgt weniger Kontamination, weshalb seine Obergrenze zehnmal strenger ist als der allgemeine Grenzwert. Zu wissen, in welche Kategorie eine Rezeptur fällt, ist der erste Schritt zur Festlegung einer internen Rohstoffspezifikation, denn ein Produkt der Kategorie 1 lässt weit weniger Spielraum für eingehende Keimbelastung. Trifft ein botanischer Extrakt für sich genommen nahe am Grenzwert der Kategorie 2 ein, kann er mit einer Rezeptur der Kategorie 1 schlicht unvereinbar sein, sofern seine Keimbelastung nicht zuvor gesenkt wird.
Die vier Organismen, die fehlen müssen
Neben den Grenzwerten für die Keimzahl verlangt ISO 17516 die Abwesenheit von vier bestimmten Mikroorganismen in 0,1 g oder 0,1 mL Produkt: Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Candida albicans und Escherichia coli. Diese werden als Bestanden/Nicht-bestanden behandelt — es gibt keine akzeptable niedrige Zahl, nur Anwesenheit oder Abwesenheit in der Prüfmenge. Jeder von ihnen hat eine Vorgeschichte in Kontaminationsvorfällen bei Kosmetik, von Pseudomonas, das in wasserreichen Systemen gedeiht, bis zu E. coli, das auf fäkale Verunreinigung in der Lieferkette hindeutet.