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Lavendelöl in der kosmetischen Formulierung: Ein praktischer Leitfaden

26. Juni 2026TeraVella

Wenige Rohstoffe sind so wiedererkennbar — oder so missverstanden — wie Lavendelöl. Es taucht in allem auf, von Prestige-Düften bis hin zu funktionellen Badeprodukten, doch „Lavendelöl" auf einer Bestellung kann mehrere Materialien mit sehr unterschiedlicher Chemie bedeuten. Für einen Kosmetikformulierer beginnt die Wahl des richtigen Materials mit dem botanischen Namen.

Drei Materialien, ein gemeinsamer Name

Die Lavendelfamilie liefert drei häufig gehandelte Öle. Lavandula angustifolia, der echte Lavendel, wird wegen seines hohen Linalylacetat-Gehalts, seines weichen, blumigen Aromas und seines geringen Kampfergehalts geschätzt, was ihn zur Wahl für feine Düfte und sanfte Hautpflege macht. Lavandula latifolia, der Speik-Lavendel, ist reicher an Kampfer und 1,8-Cineol und hat einen schärferen, medizinischeren Charakter. Lavandula × intermedia, der Lavandin, ist eine wüchsige, auf Ertrag gezüchtete Hybride; er ist kampferhaltiger und weit wirtschaftlicher, was sich für funktionelle und abspülbare Produkte eignet. Keines ist allgemein besser — es sind verschiedene Werkzeuge.

Die Bestandteile, auf die es ankommt

Im echten Lavendel dominieren Linalool und Linalylacetat üblicherweise gemeinsam das Profil, und ihr Gleichgewicht bestimmt das Aroma und die wahrgenommene Qualität. Nebenbestandteile wie terpinen-4-ol, Lavandulylacetat und Ocimen tragen Nuancen bei. Da sich diese Anteile mit Art, Höhenlage und Ernte verschieben, ist das GC-MS-Profil der einzige verlässliche Weg, um zu bestätigen, was im Fass ist.

Allergene und die Kennzeichnung

Lavendelöl enthält von Natur aus Linalool und Limonen, beide im europäischen Rahmenwerk als deklarationspflichtige Duftallergene gelistet. Der wichtige Punkt für Formulierer ist, dass die sensibilisierenden Spezies weitgehend die Oxidationsprodukte dieser Moleküle sind, nicht die frischen Verbindungen. Das bedeutet, dass sowohl der oxidative Zustand als auch die Konzentration im Fertigprodukt in die Allergendeklaration und die Sicherheitsbewertung einfließen — ein frisches, gut gelagertes Öl hat nicht dasselbe Risikoprofil wie ein oxidiertes.

Stabilität in der Rezeptur

Die Monoterpene und das Linalool des Lavendels neigen bei Kontakt mit Luft, Licht und Wärme zur Oxidation. In der Praxis bedeutet das, eine strenge Lagerung zu spezifizieren, den Kopfraum in Lagergefäßen zu minimieren und ein natürliches Antioxidans wie Tocopherol in der Ölphase des Fertigprodukts in Betracht zu ziehen. Die Überwachung der Peroxidzahl über die Haltbarkeitsdauer liefert einen objektiven Anhaltspunkt dafür, wie das Öl altert.

Typischer Einsatz und Auswahllogik

Die Einsatzmengen hängen vollständig vom Produkt und vom Duftbriefing ab und sollten stets innerhalb der einschlägigen IFRA-Vorgaben und einer Sicherheitsbewertung des Fertigprodukts festgelegt werden, statt nach einer festen Faustregel. Die Auswahllogik bleibt jedoch konstant: Definieren Sie die Rolle, die der Lavendel spielen soll — Aromacharakter, Markengeschichte, sensorische Weichheit — und wählen Sie dann die Art und die Qualität, die diese erfüllen, und sichern Sie die Wahl mit einem GC-MS-Profil und einem CoA ab. So behandelt, hört Lavendel auf, ein einzelner vager Rohstoff zu sein, und wird zu einer präzisen, belegbaren Formulierungsentscheidung.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Lavendelart sollte ich für die Hautpflege spezifizieren?
Für feine Düfte und sanfte Hautpflege wird üblicherweise Lavandula angustifolia (echter Lavendel) bevorzugt, wegen seines hohen Linalylacetat-Gehalts und seines weichen Aromas. Lavandin (Lavandula × intermedia) ist kampferhaltiger und kostengünstiger und wird oft für funktionelle oder abspülbare Produkte gewählt. Geben Sie auf der Bestellung stets den lateinischen Namen an.
Welche Hauptallergene müssen in Lavendelöl deklariert werden?
Lavendelöl enthält von Natur aus Linalool und Limonen, die in der EU als deklarationspflichtige Duftallergene gelistet sind. Ihre Oxidationsprodukte sind die sensibilisierenden Spezies, weshalb sowohl der oxidative Zustand des Öls als auch die Konzentration im Fertigprodukt für die Kennzeichnung und die Sicherheitsbewertung von Bedeutung sind.
Warum oxidiert Lavendelöl, und wie verlangsame ich das?
Seine Monoterpene und sein Linalool oxidieren bei Kontakt mit Luft, Licht und Wärme. Lagern Sie das Öl kühl, dunkel und gut verschlossen, minimieren Sie den Kopfraum und erwägen Sie ein natürliches Antioxidans wie Tocopherol in der Ölphase des Fertigprodukts. Verfolgen Sie die Peroxidzahl im Zeitverlauf.
Ist ein höherer Linalylacetat-Gehalt immer besser?
Nicht unbedingt. Ein hoher Linalylacetat-Gehalt deutet auf eine veredelte Lavandula angustifolia und ein süßeres Profil hin, doch die richtige Qualität hängt vom Produkt ab. Eine funktionelle Rezeptur kann durch ein robustes Lavandin zu geringeren Kosten bestens bedient werden.
Wie bestätige ich, dass das gekaufte Lavendelöl der Bestellung entspricht?
Fordern Sie ein chargenspezifisches GC-MS-Profil an und bestätigen Sie, dass die Hauptmarker — vor allem Linalool und Linalylacetat — innerhalb des erwarteten Fensters für die deklarierte Art und den deklarierten Chemotyp liegen, zusammen mit einem CoA, das Identitäts- und Kontaminationsdaten abdeckt.

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