Für einen Naturparfümeur oder einen Formulierer, der mit ätherischen Ölen arbeitet, sind die IFRA-Standards der Ort, an dem duftkreative Freiheit auf Sicherheitsregulierung trifft — und an dem Naturstoffe schnell kompliziert werden. Ein einzelnes ätherisches Öl ist in den Augen der Standards nicht ein Inhaltsstoff; es ist ein Gemisch aus vielen, von denen mehrere für sich beschränkt sein können. Zu verstehen, wie das System dieses Gemisch behandelt, macht den Unterschied zwischen einer konformen Rezeptur und einer, die bei einer Prüfung durchfällt.
Was die IFRA-Standards tatsächlich beschränken
Die IFRA-Standards werden von der International Fragrance Association herausgegeben und bilden den durchsetzbaren Kern des IFRA Code of Practice. Sie beruhen auf Sicherheitsbewertungen des Research Institute for Fragrance Materials (RIFM), das die toxikologischen Daten hinter jedem Duftstoff auswertet. Die Standards übersetzen diese Wissenschaft dann in Regeln dreierlei Art. Ein Verbotener Standard entfernt ein Material vollständig aus der Verwendung in Duftstoffen. Ein Beschränkter Standard legt einen Höchsteinsatzwert fest. Ein Spezifizierter Standard stellt eine Reinheits- oder Zusammensetzungsanforderung — zum Beispiel eine Obergrenze für eine bestimmte Verunreinigung — ohne zu begrenzen, wie viel des Materials Sie einsetzen. Entscheidend ist: Diese Regeln knüpfen an einzelne Materialien und Bestandteile an, nicht an Handelsnamen oder Mischungen.
Warum Kategorien den Grenzwert verändern
Dasselbe Material ist nicht über alle Produkte hinweg auf eine einzige Zahl beschränkt. IFRA verwendet ein von 1 bis 12 nummeriertes Kategoriensystem, das fertige Produkte danach gruppiert, wie sie den Anwender exponieren. Lippenprodukte liegen in einer Kategorie hoher Exposition, weil sie in Spuren aufgenommen werden; auf der Haut verbleibende Gesichts- und Körperprodukte, abzuspülende Produkte wie Shampoo und Duschgel sowie nicht-hautbezogene Artikel wie Kerzen oder Raumdüfte fallen jeweils anderswohin. Ein Beschränkter Standard führt daher für jede Kategorie einen anderen Höchstwert auf. Die praktische Konsequenz ist, dass Sie jede Berechnung an der richtigen Kategorie für Ihr tatsächliches Produkt verankern müssen, bevor irgendein Grenzwert überhaupt eine Bedeutung hat.