Die Verfälschung ätherischer Öle ist so alt wie der Handel selbst, und das aus gutem Grund: Ein echtes Öl ist teuer, ein verdünntes sieht im Fass nahezu identisch aus. Für einen Einkäufer, der natürliche ingredients beschafft, ist der Unterschied zwischen echt und verfälscht selten sichtbar, hörbar oder allein am Geruch zuverlässig erkennbar. Es ist eine analytische Frage — und zunehmend eine Frage der Dokumentation.
Warum Verfälschung geschieht
Die Ökonomie ist einfach. Hochwertige Öle wie Rose, Melisse, Neroli und Sandelholz erzielen hohe Preise, weil das natürliche Angebot durch Ernteerträge, Klima und verfügbare Anbaufläche begrenzt ist. Wenn die Nachfrage übersteigt, was die Felder liefern können, schafft der Preisdruck einen Anreiz, ein echtes Öl zu strecken. Verfälschung ist meist keine Frage schiefgelaufener Chemie; sie ist ein bewusster kommerzieller Akt, und je wertvoller das Öl, desto härter arbeitet jemand daran, es zu tarnen.
Wie ätherische Öle verfälscht werden
Verfälschung reicht von grob bis raffiniert. Am einfachsten ist die Verdünnung — das Öl mit einem Pflanzenöl oder einem geruchlosen Lösungsmittel zu strecken, um das Volumen zu erhöhen, ohne das Aroma stark zu verändern. Als Nächstes kommt die Streckung, das Einmischen eines billigeren ätherischen Öls mit ähnlichem Charakter; klassisch wird lavandin echtem lavender zugesetzt, weil sich die Profile überschneiden. Raffinierter ist die Zugabe synthetischer oder naturidentischer Isolate, etwa synthetisches linalool oder linalyl acetate, in ein lavender-Öl dosiert, um dessen Marker aufzufüllen. Schließlich gibt es die Falschdeklaration — die Angabe der falschen Art oder einer prestigeträchtigeren geografischen Herkunft, als das Öl tatsächlich hat. Jede Methode zielt auf eine andere Schwachstelle in der Prüfung des Einkäufers.
Warum ein einzelnes GC-MS nicht ausreicht
GC-MS ist das Rückgrat der Authentizitätsprüfung, und das zu Recht: Es trennt das Öl in seine Bestandteile und liefert einen Fingerabdruck, der Verdünnung und plumpe Streckung sofort erfasst. Das Problem ist, dass ein geschickter Fälscher das Zielprofil ebenfalls kennt. Durch das Mischen von Isolaten und billigeren Ölen kann er ein Chromatogramm nachbauen, das für jeden wichtigen Marker im erwarteten Fenster liegt. Ein GC-MS, das "passt", beweist daher, dass das Profil plausibel ist — nicht, dass der Kohlenstoff in der Flasche in einer Pflanze gewachsen ist. Für hochwertige Öle ist das Treffen des Fingerabdrucks der Boden, nicht die Decke.