Ein Trägeröl wird selten wegen einer einzigen Eigenschaft gewählt. Es muss Wirkstoffe tragen, sich auf der Haut richtig anfühlen und am Ende der Haltbarkeit noch einwandfrei sein. Alle drei Ergebnisse werden weniger vom Namen auf dem Fass bestimmt als von der Fettsäurezusammensetzung des Öls. Sobald man Trägeröle als Fettsäuregemische liest, ist das Mischen kein Raten mehr, sondern eine Berechnung, die man auf ein definiertes sensorisches und Stabilitätsziel hinlenken kann.
Wie Fettsäuren das Hautgefühl bestimmen
Kettenlänge und Sättigung der dominanten Fettsäuren eines Öls bestimmen, wie es sich beim Kontakt verhält. Längere, einfach ungesättigte Ketten liegen als polsternder, langsamer einziehender Film auf der Haut, während mehrfach ungesättigte Ketten sich dünn verteilen und rasch einsinken. Gesättigte und kurzkettige Ester bringen Gleitfähigkeit und ein trockenes, fast pudriges Finish. Die wahrgenommene "Reichhaltigkeit" oder "Trockenheit", die ein Formulierer beschreibt, ist im Grunde eine sensorische Ablesung des Fettsäuregleichgewichts.
Ölsäure gegen Linolsäure
Die nützlichste einzelne Achse ist das Verhältnis von Öl- zu Linolsäure. Ölsäurereiche Öle fühlen sich polsternd an, ziehen langsam ein und sind oxidativ robust. Linolsäurereiche Öle fühlen sich leicht an, verteilen sich schnell und helfen, die Hautbarriere zu stützen, oxidieren aber leichter. Mischen ist die Art, den Mittelweg zu konstruieren: eine überwiegend ölsäurereiche Basis für Stabilität, angehoben mit einem Anteil eines linolsäurereichen Öls für eine schnellere, leichtere Note.
| Öl | Dominante Fettsäure | Gefühl und Stabilität |
|---|---|---|
| Olive, High-Oleic-Sonnenblume | Ölsäure | Reichhaltig, polsternd, oxidativ stabil |
| Distel, Traubenkern | Linolsäure | Leicht, schnell, oxidiert schneller |
| Hagebutte | Linolsäure / Linolensäure | Sehr leicht, barrierestützend, empfindlich |
| Kokos, Caprylic/Capric Triglyceride | Gesättigt / kurzkettig | Gleitfilm, trockenes Finish, sehr stabil |